Urheberrecht: Senatsantwort auf meine Fragen

In der Fragestunde des Landtages

Zur Fragestunde des Landtags in dieser Woche hat der Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, auf meine Fragen zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz geantwortet. Wirklich überraschend war der Inhalt der Antworten nicht [die entsprechende Parlamentsdrucksache verlinke ich hier, sobald der Plenardienst sie online gestellt hat]. Die Sorge, die mich nach wie vor bei diesem neuen Gesetz umtreibt, ist folgende: Wenn beispielsweise ein Politiklehrer in seinem Oberstufenkurs mit einem beliebigen Zeitungsartikel von vor 10 Jahren als Quelle arbeiten möchte, dann hat er ein handfestes Problem.

Solche alten Zeitungsartikel haben zwar längst nur noch archivalischen Wert, und dennoch darf der Lehrer nur 15% des Zeitungsartikels frei im Unterricht nutzen und für seinen Kurs kopieren. Alles andere wäre kostenpflichtig. 15% eines Zeitungsartikels, das erscheint mir wenig praktikabel. Eine solche Regelung wird nach meiner Einschätzung dazu führen, dass Lehrer zunehmen auf die Nutzung von Presseerzeugnissen im Unterricht lieber  verzichten. Einerseits aufgrund mangelnder Praktikabilität der 15% Regelung und andererseits weil sie lieber nicht in Konflikt mit dem Urheberrecht geraten wollen. Die Relevanz von Zeitungen als Informationsmedium droht somit auch an dieser Stelle zu schwinden, bei der Nutzung im Unterricht, und damit ja genau vor den Augen jener Zielgruppe der Zukunft, nämlich den Schülerinnen und Schülern. Politisch sehe ich hier deshalb weiterhin viel zu tun, um das Urheberrecht wirklich an die Realitäten und Bedürfnisse der Wissensgesellschaft im 21. Jahrhundert anzupassen.

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