Kulturgut: Memorandum für die Digitalisierung

Die Digitalisierung des Kulturgutes ist in Deutschland ein zähes Unterfangen. Es gibt zwar schon beachtenswerte Fortschritte, aber immer noch wurde nur ein kleiner Bruchteil all dessen digitalisiert, was in Archiven, Museen, Bibliotheken und anderswo als oftmals vergessener kultureller Schatz schlummert. Um das endlich beherzt zu ändern und die Digitalisierung des Kulturgutes als wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, wurde jetzt von zahlreichen Akteuren ein Memorandum gestartet.

Ich habe in meiner Funktion als Sprecher der Fachgruppe Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik (GI) und Digital-Historiker dieses Memorandum sehr gerne unterzeichnet. Wir Unterzeichner erklären uns bereit, „die für die Umsetzung notwendigen Schritte mit zu prägen und zu gestalten. Wir bitten die Wissenschaftspolitik um Unterstützung in diesem Prozess“.

Wir fordern von der Politik konkret die Koordinierung und Finanzierung folgender Maßnahmen:

  • Etablierung eines Verständnisses von Digitalisierungsaktivitäten als Langzeitaufgabe und Teil der Erschließungsaktivitäten von Gedächtniseinrichtungen
  • Koordination und dauerhafte Evaluation der Digitalisierungsaktivitäten und dies sowohl einrichtungs- als auch medienübergreifend durch ein interdisziplinär ausgerichtetes nationales Monitoringboard sowie Erarbeitung einer geeigneten Metrik für solide Kennzahlen
  • Erweiterung der DFG-Praxisempfehlungen zur Digitalisierung und Einbeziehung weiterer Medienformate und vor allem neuer Erschließungstiefen (z.B. Digitalisate – Volltexte – Annotationen und Normansetzungen)
  • Etablierung langfristiger Finanzierungen für Kulturgutdigitalisierung und Langzeitarchivierung – so beispielsweise in Höhe von 5 % von den entsprechenden Budgets als feste Kenngröße durch die Zuweisung von jährlichen Sondermitteln
  • Intensivierung der Ausschreibungen und Drittmittelförderung für Kulturgutdigitalisierung
  • Anstöße zur Entwicklung von Best-Practices und verbindlichen Empfehlungen für maschinenlesbare und offene Schnittstellen
  • Ermöglichung von informationswissenschaftlicher Forschung zur Nutzung von digitalen Beständen durch Initiierung geeigneter Ausschreibungen
  • Bekenntnis zu Open Access und Open Data sowie ggf. Novellierung der rechtlichen Rahmenbedingungen

Hier findet Ihr das komplette Memorandum…

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