Publikation: Originelle Lösungen für die Probleme unserer Zeit

Klimawandel, Digitalisierung, wachsende Ungleichheit: Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern neue Ideen und Lösungsansätze, jenseits althergebrachter Pfade. Gemeinsam mit Robert Ranisch und Jonathan Barth habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie mehr Originalität gelingen kann. Im transform Magazin stellen wir unsere Impulse für originelle Ideen vor…

Paper revisited: Drohnen in der Archäologie

KulturimWeb.net, der wöchentliche Newsletter zu Kunst und Kultur, beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit dem Einsatz von Drohnen für die Kultur. Dabei wird unter anderem auf meinen Aufsatz aus der TATuP – Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis verwiesen, indem ich Chancen und Risiken von Drohnen in der Archäologie untersucht habe. Hier könnt Ihr meinen Aufsatz lesen…

Vortrag: Wir basteln uns ein Mammut

An der Uni Tübingen sprach ich in dieser Woche im Rahmen der Ringvorlesung zur Genom-Editierung über die Wiedererschaffung ausgestorbener Tierarten. Der Titel meines Vortrages lautete provokant: Wir basteln uns ein Mammut. Aus wissenschaftshistorischer Perspektive habe ich die Versuche, ausgestorbene Tierarten mittels verschiedener Verfahren erneut zum Leben zu erwecken, beschrieben und analysiert. Die technologischen Möglichkeiten, insbesondere der Genom-Editierung, sind gewaltig. Die Wiederschaffung von Arten ist deshalb ein realistisches Szenario der nahen bis mittleren Zukunft. Diese technologischen Möglichkeiten fordern die bisherigen Strategien im Umgang mit dem globalen Artensterben heraus. Es bedarf einer breiten Debatte in Fachöffentlichkeit wie auch in der Gesellschaft über den Umgang mit dieser Technologie. Voraussetzung dafür sind Technikfolgenforschung und öffentliche Sensibilisierung.

Interview: Webarchivierung und Privatsphäre im Spannungsfeld

Die Presseagentur Pressetext.com hat mich zum Spannungsfeld zwischen dem wissenschaftlichen Anspruch umfangreicher Webarchivierung und dem individuellen Interesse der NutzerInnen nach möglichst ungestörter Privatsphäre befragt. Mein Standpunkt ist diesbezüglich klar: Die Geschichtsforschung des Web muss die Grenzen der individuellen Privatsphäre respektieren, wo immer dies möglich ist. Weiterlesen

Publikation: Die Radiokohlenstoffdatierung – technologiegetriebene Fragestellungen als Motor der Scientific Revolution?

Im Sammelband „Die Frage in den Geisteswissenschaften“, der jetzt im Verlag Frank & Timme erschienen ist, widme ich mich einer archäologiehistorischen Thematik: Ich untersuche die Radiokohlenstoffdatierung, die gemeinhin als Auslöser einer Scientific Revolution der Archäologie gilt, auf ihre tatsächlichen Auswirkungen auf archäologische Fragestellungen. Haben sich die Erkenntnisinteressen des Faches durch die grundlegend neuen technologischen Möglichkeiten verändert? Wurde das technologische Potential also genutzt, um auf andere Weise nach der Vergangenheit zu fragen? Oder blieb die Archäologie ihren etablierten Fragestellungen treu?

MOOC: Zivilgesellschaftliches Engagement im Internetzeitalter

Im November startet der MOOC (Massive Open Online Course) zur „Politischen Teilhabe im Netz“. Er findet im Rahmen des Projekts Bildung-Netz-Politik des Zentrums Bildung der EKHN und des Hessischen Volkshochschulverbands statt. Ich werde als Experte die erste Woche dieses vierwöchigen MOOC betreuen. In dieser Woche widmen wir uns dem zivilgesellschaftlichen Engagement im Zeitalter von Internet und Social Media: Kann das Internet eine neue politische Öffentlichkeit etablieren? Welche Rolle spielt die Begegnung von Angesicht zu Angesicht in Zukunft noch?

Seit heute ist der Trailer für den MOOC online…

Interview: Im Podcast Anarchaeologie

Als Digital- und Archäologie-Historiker war es mir eine besondere Freude, dass Sophie Rotermund mich für den archäologischen Podcast „Anarchaeologie nachgefragt“ interviewt hat. Wir sprachen über die Geschichte des Internet, die Digitalisierung der Geschichts- und Kulturwissenschaften, deren Chancen und Gefahren sowie über das kollektive Gedächtnis im digitalen Raum. Hier könnt Ihr Euch den Podcast anhören…

Interview: Facebook als „digitaler Friedhof“

Die Presseagentur Pressetext.com hat mich zu einer Studie der Universität Oxford interviewt, wonach ab dem Jahr 2070 auf Facebook mehr Accounts von toten als von lebenden NutzerInnen existieren werden. Wird Facebook also zum „digitalen Friedhof“, und welche Möglichkeiten  bietet das für die künftige Geschichtsforschung? Den kompletten Artikel findet Ihr hier…

Vortrag: Politik und Wissen im postfaktischen Zeitalter

Auf Einladung des Wirtschaftsclubs der BayernSPD habe ich in dieser Woche in Großwallstadt (Unterfanken) über das postfaktische Zeitalter gesprochen: Wie es historisch entstanden ist, wodurch es sich charakterisiert, und wie darauf reagiert werden sollte. Georg Kümmel vom Main-Echo hat sich meinen Vortrag angehört und die Gedanken in mehreren Artikeln aufgegriffen: Digitalhistoriker Crueger spricht in Großwallstadt über Fake News, Zwischen Blödsinn und Demokratiegefährdung und Eindeutig eine Scheibe.

Archivpolitik: Wo bleibt die Debatte?

Das postfaktische Zeitalter braucht eine starke Archivpolitik, denn Fakten geraten zunehmend unter Druck. Wo aber bleibt die große Debatte dazu? Das fragt sich auch siwiarchiv.de und verweist dabei auf einen Text von mir zur Archivpolitik der Zukunft. Archive müssen als kritische Infrastruktur von Gesellschaft begriffen und entsprechend behandelt werden!

Vortrag: Politik im postfaktischen Zeitalter

Im November hielt ich bei der Regionalgruppe Weser-Ems des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold – Bund aktiver Demokraten e.V. einen Vortrag über Politik im postfaktischen Zeitalter. In der Verbandszeitschrift des Reichsbanners wird darüber berichtet.

Webhistorie: Heute vor 28 Jahren ging die erste Webseite online

Vieles fing mal klein an, so auch das World Wide Web. Am 20.12.1990 ging die erste Webseite online. Sie enthielt Informationen über das World Wide Web Projekt, das von Tim Berners-Lee am schweizerischen CERN seit 1989 entwickelt worden war. Ein Replikat dieser allerersten Webseite findet Ihr hier…

Publikation: Das Potenzial von Drohnen in der Archäologie

In der Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis schreibe ich über Chancen und Risiken von Drohnen für die Archäologie:

Drohnen können in Kombination mit diversen Nutzlasten, etwa Digitalkameras, wertvolle Beiträge zur Dokumentation archäologischer Grabungen und zur Erkundung von Terrain für die archäologische Forschung leisten. Aufgrund der Effizienz und Geschwindigkeit ihrer Datengewinnung, der Möglichkeit schwierige Gelände zu erschließen und ihrer kostengünstigen Anschaffung haben Drohnen das Potenzial, die Archäologie in Richtung eines minimalinvasiven Top-Down-Ansatzes disruptiv zu verändern. Gleichzeitig besteht neben verschiedenen unklaren Rahmenfaktoren das Risiko, dass Drohnen zu einer Bedrohung für das archäologische Kulturerbe werden können. Weiterlesen…

a&w: Wir suchen Verstärkung

Wir von anders & wissen bieten ein bezahltes Praktikum im Bereich Recherche und Redaktion, auch für digitalgeschichtliche Projekte.

Revisited: Unser Appell zu Museen im postfaktischen Zeitalter

Falschinformationen in den sozialen Medien führen zur Impfskepsis, und sind deshalb eine massive Bedrohung für unsere Gesundheit. Beim Deutschen Museumsbund haben mein Kollege Nils Steffen und ich auf der Jahrestagung 2017 und in der Zeitschrift ›Museumskunde‹ vorgeschlagen, dass sich Museen diesem Thema gezielt annehmen sollen: Postfaktische Behauptungen nicht ignorieren, sondern thematisieren und widerlegen, lautet unser Appell!

Vortrag: Das Netz vergisst nichts? Herausforderungen der Webarchivierung

In dieser Woche habe ich im Rahmen der Paderborner Ringvorlesung „Archivpraktiken: Sammeln und Speichern unter digitalen Bedingungen“ über die Herausforderungen der Webarchivierung gesprochen. Die Einladung des Instituts für Medienwissenschaften hat mich sehr gefreut. Aus der anschließenden Diskussion nehme ich einige spannende Gedanken über Anspruch und Grenzen der Bewahrung von Webinhalten mit.

Rückblick: Workshop zur Ethik der Archäologie

Im Jahr 2015 nahm ich als Archäologiehistoriker an einem Workshop zur Ethik in der Archäologie teil. Ein Werkstattbericht dazu ist jetzt in den Archäologischen Informationen erschienen und im Open Access verfügbar.

Vortrag: Big Data in Archaeology – A Transformative Novel Approach?

Am kommenden Freitag halte ich auf der Digital Cultures – Tagung in Lüneburg einen Vortrag über die Auswirkungen der Big Data Technologie auf die archäologische Wissenschaft.

Worum geht es dabei genau? Hier der englischsprachige Abstract meines Vortrages: Weiterlesen

Medienecho: Was uns die Geschichte von StudiVZ und ICQ lehrt

Die Pforzheimer Zeitung zitiert mich zur Geschichte von StudiVZ und ICQ. Das Soziale Netzwerk StudiVZ hatte einst 16 Millionen Nutzer, der Messengerdienst ICQ 470 Millionen. Beide erlebten dann einen spektakulären Bedeutungsschwund. Die Geschichte dieser einst beliebten Onlinedienste lehrt uns: Im Internet gibt es kein ›too big to fail‹.

Vortrag: Digitale Geschichte bei der Digitalen Woche Kiel

Heute geht die Digitale Woche in Kiel zuende. Sieben Tage lang stand dort die Digitalisierung in all ihren Facetten im Mittelpunkt. Ich habe mich sehr über die Einladung der SPD-Geschichtswerkstatt gefreut, im Rahmen der Digitalen Woche einen Vortrag über Geschichtsforschung im digitalen Zeitalter zu halten. Einen Bericht darüber findet Ihr hier…

Publikation: Von Bio-Artefakten und taxonomischen Verwerfungen

Mein Aufsatz über „Bio-Artefakte und taxonomische Verwerfungen“, in dem ich Stand und Zukunft der synthetischen Biologie aus wissenschafts- und technologiehistorischer Perspektive diskutiere, erschien ursprünglich im Mai 2017 als Blog-Beitrag für das . Ich freue mich sehr, dass dieser Aufsatz jetzt mit der freundlichen Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in einer Sonderausgabe „Bioökonomie und Ethik“ als E-Book herausgegeben wurde. Die Sonderausgabe kann als Open Access hier heruntergeladen werden.

Vortrag: Gewerkschaften im postfaktischen Zeitalter

Am vergangenen Wochenende war ich als Referent zur Sommerakademie der DGB-Jugend nach Hattingen in NRW eingeladen. Dort habe ich in einem Workshop zur „Digitalisierung in der Gesellschaft“ über das postfaktische Zeitalter gesprochen, und was das für Gewerkschaften bedeutet. In der anschließenden Diskussion ging es dann um die konkreten Erfahrungen der jungen Gewerkschaftsmitglieder mit Trollen, Hate Speech und Fake News. Wir sprachen darüber, was Gewerkschaften und Personalvertretungen ganz konkret unternehmen können angesichts dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Wir waren uns im Workshop einig, wir müssen „raus aus der Komfortzone“ und dürfen die Sozialen Medien nicht jenen überlassen, die sich dort mit Irrlehren und Propaganda breitmachen. Einen guten Aufschlag dazu gibt es bereits in Form einer Publikation der DGB-Jugend mit Hintergrundwissen und Strategien zu Fake News.

History matters: 4 Ideen zum Umgang der SPD mit ihrer Vergangenheit

Vorab der Hinweis zur Transparenz: Als Landtagsabgeordneter für die SPD, Mitglied in der Historischen Kommission der SPD Landesorganisation Bremen und im Beirat der Bremer Landeszentrale für politische Bildung bin ich befangen in mancher Hinsicht. Aber sei‘s drum, wer ist das nicht.

Unter den Historikern rumort es.

Es rumort unter den Historikern dieser Republik: Der SPD Parteivorstand will die Historische Kommission der Partei aus Kostengründen (20.000 Euro pro Jahr) einstellen. Die Arbeit dieser Kommission soll im Rahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung fortgesetzt werden. Als Reaktion darauf haben mit Stand vom 08.08.2018 um 19.00 Uhr insgesamt 686 Menschen, darunter viele ProfessorInnen und DoktorInnen der Geschichtswissenschaft, einen Offenen Brief unterzeichnet. Sie fordern, diesen „geschichts- und gegenwartsvergessenen Beschluss“ zurückzunehmen.

Auch ich habe diesen Offenen Brief unterzeichnet. Weil ich die Arbeit der Kommission so sehr schätze und möchte, dass es so weitergeht? Definitiv nicht. Ehrlich gesagt habe ich weder als Landtagsabgeordneter noch als Historiker, geschweige denn als historisch interessierter Bürger, jemals nennenswert viel von der Arbeit dieses Gremiums mitbekommen.  Zum reinen Selbstzweck und für die eine oder andere historisch geleitete Stellungnahme, wenn’s hoch kommt zwischendurch mal eine Konferenz zu einer historiographischen Fragestellung, aber ohne Strahlkraft in die parteiinterne, geschweige denn die allgemeine Öffentlichkeit, dafür allein sind 20.000 Euro jährlich viel Geld. Weiterlesen

Vortrag: Raus aus der Komfortzone. Digitale Strategien für Museen im postfaktischen Zeitalter

Auf der Museums and the Internet-Tagung in Potsdam habe ich in diesem Jahr den Eröffnungsvortrag gehalten. Darin sprach ich über digitale Strategien für Museen im postfaktischen Zeitalter: Sollen sich Museen aktiv einmischen, wenn in den Sozialen Medien wilde Irrlehren über jene Themen verbreitet werden, über die die Museen seit langem gekonnt und profunde aufklären? Wenn ja, wie können solche digitalen Interventionen seitens der Museen aussehen? Im Anschluss an meinen Vortrag wurde ich vom Team des Museumsfernsehen interviewt. Hier könnt Ihr Euch das Interview anschauen…

Vortrag: Das Digitale Kulturerbe retten mit den Hamburger Jusos

Die Jusos Hamburg-Eimsbüttel haben mich für morgen zu sich eingeladen, um darüber zu sprechen, wie das Digitale Kulturerbe gerettet werden kann. Dies ist nicht nur eine akademische, sondern auch in hohem Maße eine politische Frage. Vor allem ist es eine sehr relevante Zukunftsfrage, denn bereits heute entscheidet sich daran, aus welchem kulturellen Gedächtnis künftige Generationen werden schöpfen können. Deshalb habe ich mich sehr über diese Einladung einer parteipolitischen Jugendorganisation gefreut. Ich bin schon gespannt auf die Diskussion. Wer spontan teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen…

Open Government: Gespräch mit dem Tengener Bürgermeister Marian Schreier

Als ich vor kurzem die Festrede beim Bürgerempfang der Stadt Tengen in Baden-Württemberg hielt, lernte ich diese sympathische Kommune kennen. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Engagement für Open Government, das der Tengener Bürgermeister Marian Schreier gemeinsam mit der örtlichen Politik und Verwaltung voran treibt. So kommt es auch, dass Tengen eine „Modellkommune Open Government“ geworden ist. Ich habe Marian Schreier deshalb für die Open Government Partnership interviewt, um mehr über seine Erfahrungen mit der Öffnung von Politik und Verwaltung zu erfahren.

Interview: „Eine Vielzahl von Ego-Dokumenten“

Der Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, hat mich interviewt. „Netz sei Dank: Nie zuvor haben Menschen ihren Alltag so dokumentiert wie heute. Für die Historiker der Zukunft eine helle Freude oder der helle Wahnsinn? Fragen wir den Digitalhistoriker Jens Crueger …“

Interview: „Das ist ein riesiger Schatz“

Dem Bremer Weser Kurier habe ich ein ausführliches Interview zur Geschichtsschreibung des Web und zur Webarchivierung gegeben: „Noch nie in der Geschichte gab es einen solchen Informationsüberfluss – goldene Zeiten für künftige Historiker? Das könnte man meinen, aber ganz so ist es nicht, sagt Digital-Historiker Jens Crueger.“ Das ganze Interview lesen…

Urheberrecht: Senatsantwort auf meine Fragen

In der Fragestunde des Landtages

Zur Fragestunde des Landtags in dieser Woche hat der Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, auf meine Fragen zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz geantwortet. Wirklich überraschend war der Inhalt der Antworten nicht [die entsprechende Parlamentsdrucksache verlinke ich hier, sobald der Plenardienst sie online gestellt hat]. Die Sorge, die mich nach wie vor bei diesem neuen Gesetz umtreibt, ist folgende: Wenn beispielsweise ein Politiklehrer in seinem Oberstufenkurs mit einem beliebigen Zeitungsartikel von vor 10 Jahren als Quelle arbeiten möchte, dann hat er ein handfestes Problem. Weiterlesen

Urheberrecht: Neue Regelung für Schulen und Hochschulen

In meiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter frage ich den Bremer Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, nach den Auswirkungen des sogenannten Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes, das zum 01.03.2018 bundesweit in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz regelt die rechtlichen Schranken neu, innerhalb derer zum Zwecke von Bildung und Wissenschaft etwa in Schulen, Hochschulen und Bibliotheken Nutzungshandlungen an urheberrechtlich geschützten Texten ohne Einverständnis der Rechteinhaber vollzogen werden dürfen. Ob dieses Gesetz allerdings gelungen ist, stellt sich für mich höchst fraglich dar. Insbesondere interessiert mich daher die Einschätzung meiner Landesregierung hinsichtlich der im Gesetz enthaltenen Schrankenregelung, wonach für Unterricht und Lehre an Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen und Hochschulen) grundsätzlich maximal 15 Prozent eines urheberrechtlich geschützten Werkes (etwa eines Presseerzeugnisses) frei genutzt werden dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Lehrkraft höchstens 15 Prozent eines Zeitungsartikels als Quelle in ihrer Lehre verwenden darf, ohne dass dadurch urheberrechtliche Ansprüche berührt werden. Die Praktikabilität einer solchen Regelung erscheint mir sehr fragwürdig, weshalb ich den Senat auch nach Rückmeldungen aus der Unterrichts- und Lehrpraxis frage.

 Anfrage in der Fragestunde: Das Urheberrechts-
Wissensgesellschafts-Gesetz und seine Auswirkungen
auf Bremen (PDF)