Vortrag: Das Netz vergisst nichts? Herausforderungen der Webarchivierung

In dieser Woche habe ich im Rahmen der Paderborner Ringvorlesung „Archivpraktiken: Sammeln und Speichern unter digitalen Bedingungen“ über die Herausforderungen der Webarchivierung gesprochen. Die Einladung des Instituts für Medienwissenschaften hat mich sehr gefreut. Aus der anschließenden Diskussion nehme ich einige spannende Gedanken über Anspruch und Grenzen der Bewahrung von Webinhalten mit.

Rückblick: Workshop zur Ethik der Archäologie

Im Jahr 2015 nahm ich als Archäologiehistoriker an einem Workshop zur Ethik in der Archäologie teil. Ein Werkstattbericht dazu ist jetzt in den Archäologischen Informationen erschienen und im Open Access verfügbar.

Vortrag: Big Data in Archaeology – A Transformative Novel Approach?

Am kommenden Freitag halte ich auf der Digital Cultures – Tagung in Lüneburg einen Vortrag über die Auswirkungen der Big Data Technologie auf die archäologische Wissenschaft.

Worum geht es dabei genau? Hier der englischsprachige Abstract meines Vortrages: Weiterlesen

Medienecho: Was uns die Geschichte von StudiVZ und ICQ lehrt

Die Pforzheimer Zeitung zitiert mich zur Geschichte von StudiVZ und ICQ. Das Soziale Netzwerk StudiVZ hatte einst 16 Millionen Nutzer, der Messengerdienst ICQ 470 Millionen. Beide erlebten dann einen spektakulären Bedeutungsschwund. Die Geschichte dieser einst beliebten Onlinedienste lehrt uns: Im Internet gibt es kein ›too big to fail‹.

Vortrag: Digitale Geschichte bei der Digitalen Woche Kiel

Heute geht die Digitale Woche in Kiel zuende. Sieben Tage lang stand dort die Digitalisierung in all ihren Facetten im Mittelpunkt. Ich habe mich sehr über die Einladung der SPD-Geschichtswerkstatt gefreut, im Rahmen der Digitalen Woche einen Vortrag über Geschichtsforschung im digitalen Zeitalter zu halten. Einen Bericht darüber findet Ihr hier…

Publikation: Von Bio-Artefakten und taxonomischen Verwerfungen

Mein Aufsatz über „Bio-Artefakte und taxonomische Verwerfungen“, in dem ich Stand und Zukunft der synthetischen Biologie aus wissenschafts- und technologiehistorischer Perspektive diskutiere, erschien ursprünglich im Mai 2017 als Blog-Beitrag für das . Ich freue mich sehr, dass dieser Aufsatz jetzt mit der freundlichen Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in einer Sonderausgabe „Bioökonomie und Ethik“ als E-Book herausgegeben wurde. Die Sonderausgabe kann als Open Access hier heruntergeladen werden.

Vortrag: Gewerkschaften im postfaktischen Zeitalter

Am vergangenen Wochenende war ich als Referent zur Sommerakademie der DGB-Jugend nach Hattingen in NRW eingeladen. Dort habe ich in einem Workshop zur „Digitalisierung in der Gesellschaft“ über das postfaktische Zeitalter gesprochen, und was das für Gewerkschaften bedeutet. In der anschließenden Diskussion ging es dann um die konkreten Erfahrungen der jungen Gewerkschaftsmitglieder mit Trollen, Hate Speech und Fake News. Wir sprachen darüber, was Gewerkschaften und Personalvertretungen ganz konkret unternehmen können angesichts dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Wir waren uns im Workshop einig, wir müssen „raus aus der Komfortzone“ und dürfen die Sozialen Medien nicht jenen überlassen, die sich dort mit Irrlehren und Propaganda breitmachen. Einen guten Aufschlag dazu gibt es bereits in Form einer Publikation der DGB-Jugend mit Hintergrundwissen und Strategien zu Fake News.

History matters: 4 Ideen zum Umgang der SPD mit ihrer Vergangenheit

Vorab der Hinweis zur Transparenz: Als Landtagsabgeordneter für die SPD, Mitglied in der Historischen Kommission der SPD Landesorganisation Bremen und im Beirat der Bremer Landeszentrale für politische Bildung bin ich befangen in mancher Hinsicht. Aber sei‘s drum, wer ist das nicht.

Unter den Historikern rumort es.

Es rumort unter den Historikern dieser Republik: Der SPD Parteivorstand will die Historische Kommission der Partei aus Kostengründen (20.000 Euro pro Jahr) einstellen. Die Arbeit dieser Kommission soll im Rahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung fortgesetzt werden. Als Reaktion darauf haben mit Stand vom 08.08.2018 um 19.00 Uhr insgesamt 686 Menschen, darunter viele ProfessorInnen und DoktorInnen der Geschichtswissenschaft, einen Offenen Brief unterzeichnet. Sie fordern, diesen „geschichts- und gegenwartsvergessenen Beschluss“ zurückzunehmen.

Auch ich habe diesen Offenen Brief unterzeichnet. Weil ich die Arbeit der Kommission so sehr schätze und möchte, dass es so weitergeht? Definitiv nicht. Ehrlich gesagt habe ich weder als Landtagsabgeordneter noch als Historiker, geschweige denn als historisch interessierter Bürger, jemals nennenswert viel von der Arbeit dieses Gremiums mitbekommen.  Zum reinen Selbstzweck und für die eine oder andere historisch geleitete Stellungnahme, wenn’s hoch kommt zwischendurch mal eine Konferenz zu einer historiographischen Fragestellung, aber ohne Strahlkraft in die parteiinterne, geschweige denn die allgemeine Öffentlichkeit, dafür allein sind 20.000 Euro jährlich viel Geld. Weiterlesen

Vortrag: Raus aus der Komfortzone. Digitale Strategien für Museen im postfaktischen Zeitalter

Auf der Museums and the Internet-Tagung in Potsdam habe ich in diesem Jahr den Eröffnungsvortrag gehalten. Darin sprach ich über digitale Strategien für Museen im postfaktischen Zeitalter: Sollen sich Museen aktiv einmischen, wenn in den Sozialen Medien wilde Irrlehren über jene Themen verbreitet werden, über die die Museen seit langem gekonnt und profunde aufklären? Wenn ja, wie können solche digitalen Interventionen seitens der Museen aussehen? Im Anschluss an meinen Vortrag wurde ich vom Team des Museumsfernsehen interviewt. Hier könnt Ihr Euch das Interview anschauen…

Vortrag: Das Digitale Kulturerbe retten mit den Hamburger Jusos

Die Jusos Hamburg-Eimsbüttel haben mich für morgen zu sich eingeladen, um darüber zu sprechen, wie das Digitale Kulturerbe gerettet werden kann. Dies ist nicht nur eine akademische, sondern auch in hohem Maße eine politische Frage. Vor allem ist es eine sehr relevante Zukunftsfrage, denn bereits heute entscheidet sich daran, aus welchem kulturellen Gedächtnis künftige Generationen werden schöpfen können. Deshalb habe ich mich sehr über diese Einladung einer parteipolitischen Jugendorganisation gefreut. Ich bin schon gespannt auf die Diskussion. Wer spontan teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen…

Open Government: Gespräch mit dem Tengener Bürgermeister Marian Schreier

Als ich vor kurzem die Festrede beim Bürgerempfang der Stadt Tengen in Baden-Württemberg hielt, lernte ich diese sympathische Kommune kennen. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Engagement für Open Government, das der Tengener Bürgermeister Marian Schreier gemeinsam mit der örtlichen Politik und Verwaltung voran treibt. So kommt es auch, dass Tengen eine „Modellkommune Open Government“ geworden ist. Ich habe Marian Schreier deshalb für die Open Government Partnership interviewt, um mehr über seine Erfahrungen mit der Öffnung von Politik und Verwaltung zu erfahren.

Interview: „Eine Vielzahl von Ego-Dokumenten“

Der Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, hat mich interviewt. „Netz sei Dank: Nie zuvor haben Menschen ihren Alltag so dokumentiert wie heute. Für die Historiker der Zukunft eine helle Freude oder der helle Wahnsinn? Fragen wir den Digitalhistoriker Jens Crueger …“

Interview: „Das ist ein riesiger Schatz“

Dem Bremer Weser Kurier habe ich ein ausführliches Interview zur Geschichtsschreibung des Web und zur Webarchivierung gegeben: „Noch nie in der Geschichte gab es einen solchen Informationsüberfluss – goldene Zeiten für künftige Historiker? Das könnte man meinen, aber ganz so ist es nicht, sagt Digital-Historiker Jens Crueger.“ Das ganze Interview lesen…

Urheberrecht: Senatsantwort auf meine Fragen

In der Fragestunde des Landtages

Zur Fragestunde des Landtags in dieser Woche hat der Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, auf meine Fragen zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz geantwortet. Wirklich überraschend war der Inhalt der Antworten nicht [die entsprechende Parlamentsdrucksache verlinke ich hier, sobald der Plenardienst sie online gestellt hat]. Die Sorge, die mich nach wie vor bei diesem neuen Gesetz umtreibt, ist folgende: Wenn beispielsweise ein Politiklehrer in seinem Oberstufenkurs mit einem beliebigen Zeitungsartikel von vor 10 Jahren als Quelle arbeiten möchte, dann hat er ein handfestes Problem. Weiterlesen

Urheberrecht: Neue Regelung für Schulen und Hochschulen

In meiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter frage ich den Bremer Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, nach den Auswirkungen des sogenannten Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes, das zum 01.03.2018 bundesweit in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz regelt die rechtlichen Schranken neu, innerhalb derer zum Zwecke von Bildung und Wissenschaft etwa in Schulen, Hochschulen und Bibliotheken Nutzungshandlungen an urheberrechtlich geschützten Texten ohne Einverständnis der Rechteinhaber vollzogen werden dürfen. Ob dieses Gesetz allerdings gelungen ist, stellt sich für mich höchst fraglich dar. Insbesondere interessiert mich daher die Einschätzung meiner Landesregierung hinsichtlich der im Gesetz enthaltenen Schrankenregelung, wonach für Unterricht und Lehre an Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen und Hochschulen) grundsätzlich maximal 15 Prozent eines urheberrechtlich geschützten Werkes (etwa eines Presseerzeugnisses) frei genutzt werden dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Lehrkraft höchstens 15 Prozent eines Zeitungsartikels als Quelle in ihrer Lehre verwenden darf, ohne dass dadurch urheberrechtliche Ansprüche berührt werden. Die Praktikabilität einer solchen Regelung erscheint mir sehr fragwürdig, weshalb ich den Senat auch nach Rückmeldungen aus der Unterrichts- und Lehrpraxis frage.

 Anfrage in der Fragestunde: Das Urheberrechts-
Wissensgesellschafts-Gesetz und seine Auswirkungen
auf Bremen (PDF)

Kulturgut: Memorandum für die Digitalisierung

Die Digitalisierung des Kulturgutes ist in Deutschland ein zähes Unterfangen. Es gibt zwar schon beachtenswerte Fortschritte, aber immer noch wurde nur ein kleiner Bruchteil all dessen digitalisiert, was in Archiven, Museen, Bibliotheken und anderswo als oftmals vergessener kultureller Schatz schlummert. Um das endlich beherzt zu ändern und die Digitalisierung des Kulturgutes als wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, wurde jetzt von zahlreichen Akteuren ein Memorandum gestartet.

Ich habe in meiner Funktion als Sprecher der Fachgruppe Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik (GI) und Digital-Historiker dieses Memorandum sehr gerne unterzeichnet. Wir Unterzeichner erklären uns bereit, „die für die Umsetzung notwendigen Schritte mit zu prägen und zu gestalten. Wir bitten die Wissenschaftspolitik um Unterstützung in diesem Prozess“. Weiterlesen

Vortrag: Der Fisch im Netz. Die Geschichte der Vivaristik im Internetzeitalter

Auf Einladung des Vereins DISCUS Aquarien- und Terrarienverein Augsburg 1933 e.V. habe ich gestern in Augsburg einen Vortrag über die Geschichte der Aquaristik und Terraristik im Internetzeitalter gehalten. In dem Vortrag habe ich gezeigt, welche historischen Spuren Vereine wie der DISCUS bislang im World Wide Web hinterlassen haben, welche Entwicklungen dabei zu erkennen sind und wie die Webhistorie eines solchen Vereins erforscht werden kann.

Think Tank 30: Frühjahrstagung in Tübingen

Am vergangenen Wochenende traf sich der Think Tank 30, die junge Denkfabrik des Club of Rome, auf Schloss Hohentübingen zu seiner Frühjahrstagung.
Gemeinsam mit Robert Ranisch habe ich die Tagung organisiert. Das Tagungsthema lautete: ›Leben vermessen. Leben normieren. Leben gestalten.‹ Wir haben Stand und Möglichkeiten der Synthetischen Biologie und von Verfahren wie CRISPR/Cas diskutiert. Im Rahmen der Tagung habe ich in einem Pecha Kucha Vortrag (20 PowerPoint Folien, nur Bilder, pro Folie 20 Sekunden Zeit) über das Digitale Kulturerbe und den drohenden digitalen Erinnerungsverlust gesprochen.

Vortrag revisited: Gedanken über das Digitale Kulturerbe

Der Bürgermeister von Tengen, Marian Schreier, hat mich als Gastredner zum diesjährigen Bürgerempfang der Stadt Tengen eingeladen. Es war mir eine große Freude, dort die Festrede über das Digitale Kulturerbe zu halten und mich danach ins Goldene Buch der Stadt Tengen einzutragen. In meiner Rede habe ich das Problem des digitalen Erinnerungsverlustes angesprochen, der u.a. aus der kurzen Bestandsdauer von Webseiten und den ständigen Veränderungen im World Wide Web resultiert. Obwohl wir uns erst kaum länger als 20 Jahre im Netz bewegen, erinnern wir uns im Kommunikativen Gedächtnis nur an sehr wenige Dinge aus der Frühzeit des Internet. Archivierte Webseiten als verlässliche historische Quellen existieren für die frühen Jahre des Web ebenfalls kaum. Weiterlesen

Vortrag: Gedanken über das Digitale Kulturerbe

Am kommenden Samstag bin ich nach Tengen in Baden-Württemberg eingeladen. Dort werde ich als Gastredner beim jährlichen Bürgerempfang über das Digitale Kulturerbe sprechen. Ich freue mich sehr darauf.

Digitale Bewahrung: Wahl zum Sprecher der GI-Fachgruppe Langzeitarchivierung

Ich freue mich sehr über die einstimmige Wahl zum Sprecher der Fachgruppe Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik. In dieser Funktion werde ich mich für den Erhalt des digitalen Kulturerbes stark machen. Weiterlesen

Vortrag: Creative disruption in archaeology – reflexive or thoughtless?

Auf der CAA International Tagung (Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology Conference) zum Thema ›Human history and digital future‹, die vom 19. bis 23.3. in Tübingen stattfinden wird, halte ich einen Vortrag zu disruptiven Technologien in der Archäologie:

Creative disruption in Central European archaeology – reflexive or thoughtless?

Archaeology in its theory, method and practice is strongly influenced by general concepts and paradigms which are perpetuated over a long time by archaeological schools. The question whether or not archaeologists are aware of this influence is an important one, which has, for a long time, been completely underestimated. RĄCZKOWSKI recently introduced the classification of “thoughtless” archaeology and reflexive archaeology in order to emphasize the individual archaeologist behind the theories, paradigms and schools.* In which of these two categories will the archaeology, driven by creative disruption, fit? Will this be a new, more reflexive approach on archaeological theory and practice? One might assume this, since creativity and reflexivity are concepts that are linked with each other regularly in the innovation theory. But from the historical lessons we’ve learned in the past century, new methods and tools introduced to archaeology don’t necessarily mean a shift of the scientific paradigms. So focusing especially on 3D documentation and visualizing technologies, used in Central European archaeology, we will have a closer look at how individual archaeologists handle the novel digital applications on the one hand and their theoretical background on the other hand. Does this happen in a reflexive or thoughtless way? Weiterlesen

Webhistorie: 10 Jahre Facebook in Deutschland, und wie StudiVZ dabei auf der Strecke blieb

Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren, am 03.03.2008, ging das soziale Netzwerk Facebook mit einer deutschen Version online. Viel ist seitdem passiert auf dem Markt der deutschsprachigen Social Media. Der im November 2005 gestartete Lokalmatador StudiVZ (Anfang 2010 erreichten die VZ-Netzwerke StudiVZ, schülerVZ und meinVZ zusammen 16 Millionen Mitglieder) hat der Konkurrenz durch Facebook nicht lange Paroli bieten können. Im September 2017 meldete das Netzwerk schließlich Insolvenz an, die Augsburger Allgemeine zitierte mich dazu.

Wie kam es zu dieser raschen Niederlage des einst sehr selbstbewussten Startups StudiVZ, durch das in Deutschland ja immerhin eine ganze Generation von Studierenden an die Social Media herangeführt worden ist? Der Deutschen Presse-Agentur dpa gab ich im Februar 2017 ein umfangreiches Interview für einen Artikel über vergessene Online-Dienste. Auch zur Geschichte von StudiVZ wurde ich darin befragt. Weiterlesen

Blogparade: Archivpolitik der Zukunft – Zukunft der Archivpolitik

Das Weblog siwiarchiv lädt in diesem Jahr zu einer Blogparade über die „Zukunft der Archive – Archive der Zukunft“. Als Digital-Historiker steuere ich gerne einen Beitrag zu, will aber nicht über technische Visionen für die Zukunft der Archive schreiben, sondern über politische. Ich bemühe hierzu ganz bewusst den reichlich verstaubt wirkenden Begriff der Archivpolitik, über dessen Zukunft ich hier einige Gedanken ausführen möchte. Weiterlesen

Open Science: Diskussion mit den Jungen Europäischen Föderalisten

Gestern habe ich mit den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) in Bremen über Open Science in der Europäischen Union diskutiert. Nachdem ich zunächst einen Überblick über die Wissenschaftspolitik der EU-Kommission gegeben und dabei insbesondere den „disruptiven Utopismus“ der europäischen Open Science-Strategie beleuchtet habe, schloss sich eine spannende Diskussion mit den JEF-Mitgliedern an. Wir haben dabei einige Ideen entwickelt, wie die EU-Kommission das Thema Open Science in den Mitgliedsländern stärker forcieren könnte. Ich bin gespannt, diese Ideen gemeinsam mit der JEF weiter zu verfolgen.

Impulsvortrag: Open Science in der EU

Die Jungen Europäischen Föderalisten Bremen haben mich zu ihrem nächsten Stammtisch eingeladen. Dort werde ich einen Impulsvortrag über Stand und Perspektiven von Open Science in der Europäischen Union halten. Die Ankündigung meines Vortrages lautet: Die Wissenschaft von morgen ist offen. Das bedeutet, der Zugang zu Daten, Publikationen, Methoden, Bewertungen und all dem, was Wissenschaft sonst noch ausmacht, wird offen, transparent und partizipativ gestaltet werden. Keine leichte Aufgabe. Wie ist der Stand der Dinge auf europäischer Ebene? Ist die EU willens und im Stande, eine offene Wissenschaft auch gegen Widerstände zu verwirklichen?

20.02.2018, 20.00 Uhr, Karton (Am Deich 86, 28199 Bremen)

Publikation: Das Museum in postfaktischer Zeit

In der kürzlich erschienenen Ausgabe der ›Museumskunde‹ (02/2017), die vom Deutschen Museumsbund halbjährlich herausgegeben wird, haben mein Kollege Nils Steffen und ich unseren Appell zum Museum im postfaktischen Zeitalter veröffentlicht. Wir haben diesen Appell schon auf der Jahrestagung des Museumsbundes im Mai 2017 vorgestellt. Nunmehr liegt er also in schriftlicher Form vor, wir sind gespannt auf die weiteren Diskussionen. Weiterlesen

Archivpolitik: Webangebote des Landes Bremen und der Stadtgemeinden – Archivierung sichergestellt?

Ich frage den Senat (die bremische Landesregierung) in einer Frage für die parlamentarische Fragestunde, ob und wie im Bundesland Bremen neben der Archivierung digitaler Behördendokumente auch die Sicherung von Webangeboten des Landes und der Stadtgemeinden sichergestellt wird. Ich bin gespannt auf die Antwort, die in der Plenarsitzung des Landtages im Februar zu erwarten ist.

 Anfrage in der Fragestunde: Webangebote des Landes Bremen
und der Stadtgemeinden – Archivierung sichergestellt? (PDF)

Europeana: Konsultation zur Zukunft des Projektes

Rückblick: Der Workshop 2014

Die Europeana ist eine virtuelle Bibliothek für das digitalisierte Kulturerbe Europas. Ein tolles Projekt, das die vielfältigen kulturellen Ressourcen der europäischen Bibliotheken, Archive, Museen und anderer Gedächtnisinstitutionen leicht zugänglich macht. In sehr guter Erinnerung ist mir bis heute ein Workshop, den ich 2014 gemeinsam mit Bruno Steinmann im Rahmen der Universität der 3. Generation speziell für ältere Menschen angeboten habe. Wir haben uns damals mit der EUROPEANA 1914-1918 beschäftigt, einem Teilprojekt für das Kulturerbe aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es gleich in die Praxis. Neben der Recherche in der Datenbank begeisterte die Seniorinnen und Senioren insbesondere die Möglichkeit, eigene Fotos und andere Dokumente aus der Zeit von 1914-1918 vor Ort zu digitalisieren und in die Europeana einzustellen. Dieser Mitmach-Effekt ist meines Erachtens genau das, worum es bei modernen Schlagworten wie „Citizen-Science“ / „Bürgerwissenschaften“ und „offenen Gedächtnisinstitutionen“ geht.

Noch bis zum 14. Januar kann die interessierte Öffentlichkeit nun an einer Konsultation zur Europeana teilnehmen. Weiterlesen

Jahrestagung Deutsche Gesellschaft Club of Rome: Politik als Prozess verstehen und gestalten

Im Dezember nahm ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Think Tank 30, der jungen Denkfabrik des Club of Rome, an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Club of Rome in Hamburg teil. Wir diskutierten gemeinsam mit Gästen wie Altbundespräsident Christian Wulff über die Mobilitäts-, Energie- und Agrarwende sowie die „Globale Gerechtigkeitskrise als Nährboden für Populismus“. In unserer Diskussion über die Ursachen von Populismus und dem Vertrauensverlust der Politik brachte ich einen Punkt in die Debatte ein, der mich seitdem gedanklich weiter beschäftigt. Weiterlesen