Interview: „Das ist ein riesiger Schatz“

Dem Bremer Weser Kurier habe ich ein Interview zur Geschichtsschreibung des Web und zur Webarchivierung gegeben: „Noch nie in der Geschichte gab es einen solchen Informationsüberfluss – goldene Zeiten für künftige Historiker? Das könnte man meinen, aber ganz so ist es nicht, sagt Digital-Historiker Jens Crueger.“ Das ganze Interview lesen…

Urheberrecht: Senatsantwort auf meine Fragen

In der Fragestunde des Landtages

Zur Fragestunde des Landtags in dieser Woche hat der Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, auf meine Fragen zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz geantwortet. Wirklich überraschend war der Inhalt der Antworten nicht [die entsprechende Parlamentsdrucksache verlinke ich hier, sobald der Plenardienst sie online gestellt hat]. Die Sorge, die mich nach wie vor bei diesem neuen Gesetz umtreibt, ist folgende: Wenn beispielsweise ein Politiklehrer in seinem Oberstufenkurs mit einem beliebigen Zeitungsartikel von vor 10 Jahren als Quelle arbeiten möchte, dann hat er ein handfestes Problem. Weiterlesen

Urheberrecht: Neue Regelung für Schulen und Hochschulen

In meiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter frage ich den Bremer Senat, die Landesregierung der Freien Hansestadt Bremen, nach den Auswirkungen des sogenannten Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes, das zum 01.03.2018 bundesweit in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz regelt die rechtlichen Schranken neu, innerhalb derer zum Zwecke von Bildung und Wissenschaft etwa in Schulen, Hochschulen und Bibliotheken Nutzungshandlungen an urheberrechtlich geschützten Texten ohne Einverständnis der Rechteinhaber vollzogen werden dürfen. Ob dieses Gesetz allerdings gelungen ist, stellt sich für mich höchst fraglich dar. Insbesondere interessiert mich daher die Einschätzung meiner Landesregierung hinsichtlich der im Gesetz enthaltenen Schrankenregelung, wonach für Unterricht und Lehre an Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen und Hochschulen) grundsätzlich maximal 15 Prozent eines urheberrechtlich geschützten Werkes (etwa eines Presseerzeugnisses) frei genutzt werden dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Lehrkraft höchstens 15 Prozent eines Zeitungsartikels als Quelle in ihrer Lehre verwenden darf, ohne dass dadurch urheberrechtliche Ansprüche berührt werden. Die Praktikabilität einer solchen Regelung erscheint mir sehr fragwürdig, weshalb ich den Senat auch nach Rückmeldungen aus der Unterrichts- und Lehrpraxis frage.

 Anfrage in der Fragestunde: Das Urheberrechts-
Wissensgesellschafts-Gesetz und seine Auswirkungen
auf Bremen (PDF)

Kulturgut: Memorandum für die Digitalisierung

Die Digitalisierung des Kulturgutes ist in Deutschland ein zähes Unterfangen. Es gibt zwar schon beachtenswerte Fortschritte, aber immer noch wurde nur ein kleiner Bruchteil all dessen digitalisiert, was in Archiven, Museen, Bibliotheken und anderswo als oftmals vergessener kultureller Schatz schlummert. Um das endlich beherzt zu ändern und die Digitalisierung des Kulturgutes als wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, wurde jetzt von zahlreichen Akteuren ein Memorandum gestartet.

Ich habe in meiner Funktion als Sprecher der Fachgruppe Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik (GI) und Digital-Historiker dieses Memorandum sehr gerne unterzeichnet. Wir Unterzeichner erklären uns bereit, „die für die Umsetzung notwendigen Schritte mit zu prägen und zu gestalten. Wir bitten die Wissenschaftspolitik um Unterstützung in diesem Prozess“. Weiterlesen

Vortrag: Der Fisch im Netz. Die Geschichte der Vivaristik im Internetzeitalter

Auf Einladung des Vereins DISCUS Aquarien- und Terrarienverein Augsburg 1933 e.V. habe ich gestern in Augsburg einen Vortrag über die Geschichte der Aquaristik und Terraristik im Internetzeitalter gehalten. In dem Vortrag habe ich gezeigt, welche historischen Spuren Vereine wie der DISCUS bislang im World Wide Web hinterlassen haben, welche Entwicklungen dabei zu erkennen sind und wie die Webhistorie eines solchen Vereins erforscht werden kann.

Think Tank 30: Frühjahrstagung in Tübingen

Am vergangenen Wochenende traf sich der Think Tank 30, die junge Denkfabrik des Club of Rome, auf Schloss Hohentübingen zu seiner Frühjahrstagung.
Gemeinsam mit Robert Ranisch habe ich die Tagung organisiert. Das Tagungsthema lautete: ›Leben vermessen. Leben normieren. Leben gestalten.‹ Wir haben Stand und Möglichkeiten der Synthetischen Biologie und von Verfahren wie CRISPR/Cas diskutiert. Im Rahmen der Tagung habe ich in einem Pecha Kucha Vortrag (20 PowerPoint Folien, nur Bilder, pro Folie 20 Sekunden Zeit) über das Digitale Kulturerbe und den drohenden digitalen Erinnerungsverlust gesprochen.

Vortrag revisited: Gedanken über das Digitale Kulturerbe

Der Bürgermeister von Tengen, Marian Schreier, hat mich als Gastredner zum diesjährigen Bürgerempfang der Stadt Tengen eingeladen. Es war mir eine große Freude, dort die Festrede über das Digitale Kulturerbe zu halten und mich danach ins Goldene Buch der Stadt Tengen einzutragen. In meiner Rede habe ich das Problem des digitalen Erinnerungsverlustes angesprochen, der u.a. aus der kurzen Bestandsdauer von Webseiten und den ständigen Veränderungen im World Wide Web resultiert. Obwohl wir uns erst kaum länger als 20 Jahre im Netz bewegen, erinnern wir uns im Kommunikativen Gedächtnis nur an sehr wenige Dinge aus der Frühzeit des Internet. Archivierte Webseiten als verlässliche historische Quellen existieren für die frühen Jahre des Web ebenfalls kaum. Weiterlesen

Vortrag: Gedanken über das Digitale Kulturerbe

Am kommenden Samstag bin ich nach Tengen in Baden-Württemberg eingeladen. Dort werde ich als Gastredner beim jährlichen Bürgerempfang über das Digitale Kulturerbe sprechen. Ich freue mich sehr darauf.

Digitale Bewahrung: Wahl zum Sprecher der GI-Fachgruppe Langzeitarchivierung

Ich freue mich sehr über die einstimmige Wahl zum Sprecher der Fachgruppe Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik. In dieser Funktion werde ich mich für den Erhalt des digitalen Kulturerbes stark machen. Weiterlesen

Vortrag: Creative disruption in archaeology – reflexive or thoughtless?

Auf der CAA International Tagung (Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology Conference) zum Thema ›Human history and digital future‹, die vom 19. bis 23.3. in Tübingen stattfinden wird, halte ich einen Vortrag zu disruptiven Technologien in der Archäologie:

Creative disruption in Central European archaeology – reflexive or thoughtless?

Archaeology in its theory, method and practice is strongly influenced by general concepts and paradigms which are perpetuated over a long time by archaeological schools. The question whether or not archaeologists are aware of this influence is an important one, which has, for a long time, been completely underestimated. RĄCZKOWSKI recently introduced the classification of “thoughtless” archaeology and reflexive archaeology in order to emphasize the individual archaeologist behind the theories, paradigms and schools.* In which of these two categories will the archaeology, driven by creative disruption, fit? Will this be a new, more reflexive approach on archaeological theory and practice? One might assume this, since creativity and reflexivity are concepts that are linked with each other regularly in the innovation theory. But from the historical lessons we’ve learned in the past century, new methods and tools introduced to archaeology don’t necessarily mean a shift of the scientific paradigms. So focusing especially on 3D documentation and visualizing technologies, used in Central European archaeology, we will have a closer look at how individual archaeologists handle the novel digital applications on the one hand and their theoretical background on the other hand. Does this happen in a reflexive or thoughtless way? Weiterlesen

Webhistorie: 10 Jahre Facebook in Deutschland, und wie StudiVZ dabei auf der Strecke blieb

Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren, am 03.03.2008, ging das soziale Netzwerk Facebook mit einer deutschen Version online. Viel ist seitdem passiert auf dem Markt der deutschsprachigen Social Media. Der im November 2005 gestartete Lokalmatador StudiVZ (Anfang 2010 erreichten die VZ-Netzwerke StudiVZ, schülerVZ und meinVZ zusammen 16 Millionen Mitglieder) hat der Konkurrenz durch Facebook nicht lange Paroli bieten können. Im September 2017 meldete das Netzwerk schließlich Insolvenz an, die Augsburger Allgemeine zitierte mich dazu.

Wie kam es zu dieser raschen Niederlage des einst sehr selbstbewussten Startups StudiVZ, durch das in Deutschland ja immerhin eine ganze Generation von Studierenden an die Social Media herangeführt worden ist? Der Deutschen Presse-Agentur dpa gab ich im Februar 2017 ein umfangreiches Interview für einen Artikel über vergessene Online-Dienste. Auch zur Geschichte von StudiVZ wurde ich darin befragt. Weiterlesen

Blogparade: Archivpolitik der Zukunft – Zukunft der Archivpolitik

Das Weblog siwiarchiv lädt in diesem Jahr zu einer Blogparade über die „Zukunft der Archive – Archive der Zukunft“. Als Digital-Historiker steuere ich gerne einen Beitrag zu, will aber nicht über technische Visionen für die Zukunft der Archive schreiben, sondern über politische. Ich bemühe hierzu ganz bewusst den reichlich verstaubt wirkenden Begriff der Archivpolitik, über dessen Zukunft ich hier einige Gedanken ausführen möchte. Weiterlesen

Open Science: Diskussion mit den Jungen Europäischen Föderalisten

Gestern habe ich mit den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) in Bremen über Open Science in der Europäischen Union diskutiert. Nachdem ich zunächst einen Überblick über die Wissenschaftspolitik der EU-Kommission gegeben und dabei insbesondere den „disruptiven Utopismus“ der europäischen Open Science-Strategie beleuchtet habe, schloss sich eine spannende Diskussion mit den JEF-Mitgliedern an. Wir haben dabei einige Ideen entwickelt, wie die EU-Kommission das Thema Open Science in den Mitgliedsländern stärker forcieren könnte. Ich bin gespannt, diese Ideen gemeinsam mit der JEF weiter zu verfolgen.

Impulsvortrag: Open Science in der EU

Die Jungen Europäischen Föderalisten Bremen haben mich zu ihrem nächsten Stammtisch eingeladen. Dort werde ich einen Impulsvortrag über Stand und Perspektiven von Open Science in der Europäischen Union halten. Die Ankündigung meines Vortrages lautet: Die Wissenschaft von morgen ist offen. Das bedeutet, der Zugang zu Daten, Publikationen, Methoden, Bewertungen und all dem, was Wissenschaft sonst noch ausmacht, wird offen, transparent und partizipativ gestaltet werden. Keine leichte Aufgabe. Wie ist der Stand der Dinge auf europäischer Ebene? Ist die EU willens und im Stande, eine offene Wissenschaft auch gegen Widerstände zu verwirklichen?

20.02.2018, 20.00 Uhr, Karton (Am Deich 86, 28199 Bremen)

Publikation: Das Museum in postfaktischer Zeit

In der kürzlich erschienenen Ausgabe der ›Museumskunde‹ (02/2017), die vom Deutschen Museumsbund halbjährlich herausgegeben wird, haben mein Kollege Nils Steffen und ich unseren Appell zum Museum im postfaktischen Zeitalter veröffentlicht. Wir haben diesen Appell schon auf der Jahrestagung des Museumsbundes im Mai 2017 vorgestellt. Nunmehr liegt er also in schriftlicher Form vor, wir sind gespannt auf die weiteren Diskussionen. Weiterlesen

Archivpolitik: Webangebote des Landes Bremen und der Stadtgemeinden – Archivierung sichergestellt?

Ich frage den Senat (die bremische Landesregierung) in einer Frage für die parlamentarische Fragestunde, ob und wie im Bundesland Bremen neben der Archivierung digitaler Behördendokumente auch die Sicherung von Webangeboten des Landes und der Stadtgemeinden sichergestellt wird. Ich bin gespannt auf die Antwort, die in der Plenarsitzung des Landtages im Februar zu erwarten ist.

 Anfrage in der Fragestunde: Webangebote des Landes Bremen
und der Stadtgemeinden – Archivierung sichergestellt? (PDF)

Europeana: Konsultation zur Zukunft des Projektes

Rückblick: Der Workshop 2014

Die Europeana ist eine virtuelle Bibliothek für das digitalisierte Kulturerbe Europas. Ein tolles Projekt, das die vielfältigen kulturellen Ressourcen der europäischen Bibliotheken, Archive, Museen und anderer Gedächtnisinstitutionen leicht zugänglich macht. In sehr guter Erinnerung ist mir bis heute ein Workshop, den ich 2014 gemeinsam mit Bruno Steinmann im Rahmen der Universität der 3. Generation speziell für ältere Menschen angeboten habe. Wir haben uns damals mit der EUROPEANA 1914-1918 beschäftigt, einem Teilprojekt für das Kulturerbe aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es gleich in die Praxis. Neben der Recherche in der Datenbank begeisterte die Seniorinnen und Senioren insbesondere die Möglichkeit, eigene Fotos und andere Dokumente aus der Zeit von 1914-1918 vor Ort zu digitalisieren und in die Europeana einzustellen. Dieser Mitmach-Effekt ist meines Erachtens genau das, worum es bei modernen Schlagworten wie „Citizen-Science“ / „Bürgerwissenschaften“ und „offenen Gedächtnisinstitutionen“ geht.

Noch bis zum 14. Januar kann die interessierte Öffentlichkeit nun an einer Konsultation zur Europeana teilnehmen. Weiterlesen

Jahrestagung Deutsche Gesellschaft Club of Rome: Politik als Prozess verstehen und gestalten

Im Dezember nahm ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Think Tank 30, der jungen Denkfabrik des Club of Rome, an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Club of Rome in Hamburg teil. Wir diskutierten gemeinsam mit Gästen wie Altbundespräsident Christian Wulff über die Mobilitäts-, Energie- und Agrarwende sowie die „Globale Gerechtigkeitskrise als Nährboden für Populismus“. In unserer Diskussion über die Ursachen von Populismus und dem Vertrauensverlust der Politik brachte ich einen Punkt in die Debatte ein, der mich seitdem gedanklich weiter beschäftigt. Weiterlesen

Netflix: Die Macht der Algorithmen

Der Streaming-Dienst Netflix macht momentan Schlagzeilen, aber nicht wie gewohnt mit neuen Serienformaten. Ein Tweet von Netflix US sorgt für Wirbel, der darauf anspielt, wie detailliert der Dienst das Nutzerverhalten seiner Kunden analysiert. ›Netflix is watching you‹ titelt der Branchendienst Meedia. Offenbar handelt es sich bei dem Tweet um eine PR-trächtige Provokation von Netflix‘ Social Media Team, aber anzunehmenderweise besitzt sie einen wahren Kern. Denn die möglichst genaue Kenntnis über die Vorlieben und Sehgewohnheiten seiner Kunden gehört für Netflix zum Geschäftsmodell. Dazu passt die gestrige Meldung, wonach Netflix künftig stärker mit interaktiven Angeboten experimentieren will, um die Zuschauer etwa darüber entscheiden zu lassen, welchen Handlungsverlauf eine Sendung nehmen soll. Je nach individuellem Nutzergeschmack könnte zwischen verschiedenen Handlungsverläufen gewählt werden.

Als Netflix im Jahr 2014 in Deutschland startete, fragte die taz: Wird das deutsche Fernsehen jetzt besser? Ich gab dazu eine Antwort, die am 13.09.2014 in leicht gekürzter Form in der taz abgedruckt wurde: Weiterlesen

Workshop: Die Bibliothek als Informationseinrichtung im Zeitalter digitaler Datenflut und viraler Postfaktizität

Vom 21. bis 23. Februar 2018 findet in Wien die InetBib-ODOK-Tagung zum Thema Informationsqualität statt. Sie wird gemeinsam von InetBib – Internet in Bibliotheken und ODOK – Österreichisches Online-Informationstreffen ausgerichtet. Ich freue mich, auf dieser Tagung einen zweistündigen Workshop anzubieten, in dem ich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Bibliothek „als Informationseinrichtung im Zeitalter digitaler Datenflut und viraler Postfaktizität“ diskutieren werde. Weiterlesen

#IDPD17: Warum Webarchivierung wichtig ist

Heute ist International Digital Preservation Day (#IDPD17), der internationale Tag zur digitalen Erhaltung. Seit Jahren werbe ich als Digital-Historiker für die Wichtigkeit konzeptionierter und systematischer Webarchivierung, um künftige geschichtswissenschaftliche Forschung mit Webquellen zu ermöglichen und bedeutsame Teile des Web als Kulturgut zu erhalten. Zum heutigen Tag habe ich dieses Kernanliegen in einer Reihe von Tweets aufbereitet:

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OpenCon London: 2. Platz bei der Blog Competition

Anlässlich der OpenCon in London (Konferenz für Open Access, Open Education und Open Data) in der vergangenen Woche wurde der Gewinner der Blog Competition zum Thema „Open in order to…“ bekannt gegeben. Meine Kollegin Marina Lubenow und ich hatten dafür einen Blogartikel verfasst, der die Wichtigkeit von Open Science für fächerübergreifende Wissenschaft und Forschung unterstreicht: „Open in order to think multidisciplinary!“.

Das Abstimmungsergebnis der Blog Competition war extrem spannend, es standen 17 Blogbeiträge zur Auswahl, insgesamt wurden 545 Stimmen abgegeben. Wir unterlagen mit 227 (41,8%) zu 237 (43,5%) Stimmen knapp und landeten auf dem 2. Platz, über den wir uns dennoch sehr freuen. Sieger wurde Dasapta Erwin Irawan, ein indonesischer Hydrogeologe, mit seinem Text „Openness for the inferior: a view from Indonesian Scientist“. Wir gratulieren Dasapta sehr herzlich und danken allen, die für uns abgestimmt haben! Weiterlesen

#PATC: Archaeology intervening in politics – learning from the past to create a better future?

Hier findet Ihr alle Tweets meiner heutigen Präsentation im Rahmen der Public Archaeology Twitter Conference #PATC

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OpenCon 2017 London: Open in order to think multidisciplinary!

Für die OpenCon 2017 in London haben Marina Lubenow und ich einen Blogartikel verfasst, der unsere ganz persönliche Antwort darauf gibt, warum wir Open Science brauchen. Hier könnt Ihr den Text lesen: Open in order to think multidisciplinary!

Public Archaeology: Twitter Conference

In der Archäologie entwickelt sich, ähnlich wie zuvor bereits in der Geschichtswissenschaft, ein Zweig der Public Archaeology mit der Zielsetzung, archäologische Wissenschaft der breiten Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen und in den Dialog mit Selbiger zu treten. Ein sehr spannendes Kommunikationsformat ist in diesem Zusammenhang eine sogenannte Twitter-Konferenz: Dabei handelt es sich um eine virtuelle wissenschaftliche Konferenz, die über Twitter abgehalten wird, also in der internationalen Öffentlichkeit des Mikrobloggingdienstes. Am 17.11. diesen Jahres findet nun schon die zweite Public Archaeology Twitter Conference (kurz #PATC) statt. Das Konferenzthema lautet »An Equitable Archaeology« und eine der Sessions widmet sich dem Zusammenhang von »Archaeology and Politics«. Ich freue mich sehr darauf, in dieser Session einen Beitrag beizusteuern. Der Titel meines Beitrages lautet “Archaeology intervening in politics – learning from the past to create a better future?” Weiterlesen

Gastkommentar: Der Umgang der Politik mit den invasiven Arten

Seit einigen Jahren forsche ich an der Problematik der Neobiota (neu eingeführte bzw. eingewanderte Tier- und Pflanzenarten) und dem Umgang von Gesellschaft, Öffentlichkeit und Politik mit dieser Situation. So habe ich 2012 in Göttingen auf der Tagung »Biodiversität und Gesellschaft:  Gesellschaftliche Dimensionen von Schutz und Nutzung biologischer Vielfalt« über den gesellschaftlichen Umgang mit Neobiota am Beispiel der Halsbandsittiche (Psittacula krameri) entlang der wintermilden Rheinschiene referiert.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Garten & Teich kommentiere ich das derzeitige politische Verfahren zum Umgang mit invasiven Arten, also Neobiota, die durch ihre Ausbreitung eine starke Beeinträchtigung für Ökosysteme und die dort lebende Artengemeinschaft darstellen.

Gedanken zum Weltnudeltag: Wo bleibt der Wissenschaftsjournalismus 3.0?

Heute ist Weltnudeltag! Oder Weltpastatag, da streiten sich die Geister. Ein Tag gewidmet der Nudel mit ihren diversen Formen, Farben und Garzeiten. Die Medien greifen das dankbare Thema gerne auf und informieren über Wissenswertes aus der Kulturgeschichte dieser schmackhaften Teigwaren, aber auch über einige naturwissenschaftliche Fun Facts, etwa warum der Verzehr von Nudeln glücklich und müde macht.

So weit, so erwartbar. Ähnliche Berichterstattung beschallt uns jedes Jahr am 25.10., denn seit 1995 hat der Weltnudeltag Tradition. Ins Leben gerufen wurde er seinerzeit von der Nudelindustrie, aber das ist ein anderes Thema. Mich selber beschleicht bei all den im weitesten Sinne wissenschaftsjournalistischen Artikeln über die kultur- und naturwissenschaftlichen Facetten der Nudel eher ein anderer Gedanke. Nämlich die Frage, warum ausgerechnet am 25.10. eines jeden Jahres darüber berichtet wird? Das Thema Nudeln interessiert mich just heute kurz nach dem Frühstück nicht besonders. Vielleicht ja heute Abend, falls ich entscheide mir Pasta zu kochen. Oder auch erst am Wochenende, beim Besuch meines italienischen Stammlokals. Oder wenn ich das nächste Mal im Supermarkt vor der Vielzahl verschiedener Nudelprodukte stehe, und mich entscheiden muss, welche ich kaufe. Wer weiß. Aber doch nicht ausgerechnet heute, am 25.10., bei der morgendlichen Zeitungslektüre. Den Drang von Wissenschaftsjournalisten in allen Ehren, uns zu gegebenem Anlass allerlei Wissenswertes über die Nudel mitzuteilen. Aber wann ist dieser Anlass denn wirklich gegeben? Doch nicht ernsthaft, wenn wir morgens die Zeitung aufschlagen, oder zwischendurch schnell mal durchs Netz surfen. Viel eher doch, wenn wir im Alltag mit Nudeln, ihrem Einkauf, ihrer Zubereitung, ihrem Verzehr usw. beschäftigt sind. Weiterlesen

Essay: Was kann Technikkommunikation leisten?

Im Jahr 2015 nahm ich an der »Lernwerkstatt Technikkommunikation« teil, die von der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Wissenschaft im Dialog jährlich ausgerichtet wird. Wir Teilnehmer aus den Berufsfeldern Wissenschaft, Technik und Kommunikation logierten eine Woche lang im Deutschen Museum in München und hatten dort ausgiebig Gelegenheit, mit spannenden Referenten über die Herausforderungen der Kommunikation von Technik und Technologien zu diskutieren. Da nun bald wieder eine solche Lernwerkstatt beginnen wird, erinnerte ich mich an den Kurzessay, den ich 2015 im Rahmen meiner Bewerbung für die Lernwerkstatt verfasst habe. Darin widmete ich mich der Frage, was die Technikkommunikation zu den wissenschaftlich-technologischen Kontroversen der Gegenwart beizutragen im Stande ist. Da dieser Essay bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat, veröffentliche ich ihn nun an dieser Stelle: Weiterlesen

Interview: Wieso verlor StudiVZ die Relevanz als Social Network?

Dieser Tage liest man Berichte über die Insolvenzanmeldung von StudiVZ, die Augsburger Allgemeine zitiert mich dazu. Rückblick: Im November 2005 startete StudiVZ als deutschsprachiges Social Network und wurde rasch zu einer beeindruckenden Erfolgsstory mit in der Spitze 16 Millionen Mitgliedern. Wie erklärt sich der Niedergang dieses einst so beliebten Online-Dienstes?

Der Deutschen Presse-Agentur dpa gab ich im Februar ein umfangreiches Interview für einen Artikel über vergessene Online-Dienste. Auch zu StudiVZ wurde ich darin befragt. Weiterlesen

Open Science: Nationaler Aktionsplan beschlossen

Vergangene Woche beschloss die Bundesregierung den ersten nationalen Aktionsplan (NAP) im Rahmen der Teilnahme Deutschlands an der Open Government Partnership (OGP). Der Aktionsplan wurde im Dialog mit zivilgesellschaftlichen Akteuren entwickelt. Als Thementreiber für die Bereiche Open Science und Open Education habe ich die Entwicklung der zivilgesellschaftlichen Empfehlungen zu diesen zwei Feldern federführend begleitet. Weiterlesen