Zukunft der Medien

Den Journalismus in der digitalen Welt neu zu erfinden, das klingt nach einer Herkulesaufgabe angesichts der derzeitigen Krise des Printjournalismus und den unbeholfen wirkenden Versuchen großer Medienhäuser, wirtschaftlich rentable Onlineangebote aufzubauen. Dabei scheint um eine Erkenntnis kein Weg herum zu führen: Guter Journalismus in der digitalen Welt MUSS eine andere Form haben, als er dies im Printzeitalter hatte. Die digitalen journalistischen Angebote folgen bislang noch viel zu sehr alten Konventionen des Printformats, ein klassischer Fall von Pfadabhängigkeit also. Doch genau dies dürfte ein Irrweg sein, zumindest verheißt er keine wirtschaftlich rosigen Zeiten. Gilt es den Journalismus in der digitalen Welt neu zu erfinden, so muss wirklich neu gedacht werden, wie digitaler Journalismus aussehen kann und soll. Neue Wege statt alter Pfade, so muss das Motto lauten!

Zukunft des Wissenschaftsjournalismus
Auf dem Tag des Wissenschaftsjournalismus 2012 in Berlin wurde ich für meine Ideen zur Zukunft des Wissenschaftsjournalismus mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Ich habe mich dabei mit den Potentialen der sogenannten Augmented Reality (Datenbrillen u.ä.) für eine völlig neue, situative Form des Wissenschaftsjournalismus befasst. Diese Ideen zum Wissenschaftsjournalismus 3.0 habe ich danach in einem Interview mit der Robert Bosch Stiftung näher erläutert. Auf Einladung der Robert Bosch Stiftung habe ich im selben Jahr an den wissenschaftsjournalistischen Sessions auf dem Netzkongress re:publica 13 teilgenommen, um dort meine Ideen mit Journalisten, Netzaktivisten, Vertretern der Verlags- und Medienhäuser und vielen weiteren Interessierten zu diskutieren.

Zukunft des Hörfunks
dlf
2013 habe ich im Auftrag der Redaktion ‚Forschung aktuell‘ des Deutschlandfunk Ideen entwickelt, wie ein modernes Hörfunkformat im digitalen Zeitalter aussehen kann. Meine Leitfragen dabei waren: Wie sollte Hörfunk auf die Herausforderungen des Internet, insbesondere der Social Media, reagieren? Welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien für den Hörfunk und wie können sie genutzt werden?
Als stv. Mitglied im Rundfunkrat von Radio Bremen war ich von 2014 bis 2015  Mitglied in dessen Hörfunkausschuss und dort mit den Hörfunkwellen des Senders und deren Weiterentwicklung befasst.

Zukunft des Fernsehens
rb
Ebenfalls von 2014 bis 2015 war ich Mitglied im Fernsehausschuss des Radio Bremen-Rundfunkrates sowie in dessen Zukunftsausschuss, der sich laut seinem Selbstverständnis mit der „technologischen, inhaltlichen und politischen Seite der zukünftigen Entwicklung von Radio Bremen (Internet, Online)“ beschäftigt.
Algorithmizität, eines der Grundprinzipien der Digitalisierung, beeinflusst in zunehmendem Maße nicht nur unser Online-Einkaufsverhalten oder unseren digitalen Informationskonsum. Auch fiktionale Bewegtbildpodukte, Filme wie Serien, werden online längst auf der Basis von Algorithmen ausgewertet und unser Sehverhalten, unsere Vorlieben und Abneigungen, auf diese Weise entschlüsselt. Das Fernsehen der Zukunft wird daher den Vorlieben seiner Rezipienten in einer Weise gerecht werden, wie es uns noch heute, wo Einschaltquoten der Maßstab der Dinge sind, kaum vorstellbar erscheint. Ein personalisiertes Angebot für jeden Zuschauer, je nach persönlichem Geschmack, ist das klare Ziel der auf Algorithmen gestützten Technologie. Die taz.am Wochenende hat im September 2014 im Rahmen ihres „Sonntags-Streits“ zum Thema Netflix neben Schauspielern, Medienmachern, Journalisten und Medienwissenschaftlern auch einen  Kommentar von mir abgedruckt, in dem ich diesen Aspekt deutlich mache.

sonntaz-streit-netflixtaz.am Wochenende, 13.09.2014, Streit der Woche: Netflix – Wird das deutsche Fernsehen jetzt besser?

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