Workshop: Die Bibliothek als Informationseinrichtung im Zeitalter digitaler Datenflut und viraler Postfaktizität

Vom 21. bis 23. Februar 2018 findet in Wien die InetBib-ODOK-Tagung zum Thema Informationsqualität statt. Sie wird gemeinsam von InetBib – Internet in Bibliotheken und ODOK – Österreichisches Online-Informationstreffen ausgerichtet. Ich freue mich, auf dieser Tagung einen zweistündigen Workshop anzubieten, in dem ich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Bibliothek „als Informationseinrichtung im Zeitalter digitaler Datenflut und viraler Postfaktizität“ diskutieren werde.

Hier der Abstract zu meinem Workshop:

Das digitale Zeitalter bedeutet eine Epoche des Überflusses an verfügbaren Daten, so verdoppelt sich das im World Wide Web greifbare Datenvolumen alle zwei Jahre. Viele dieser Daten sind im weitesten Sinne als redundant zu beurteilen. Gleichwohl verbergen sich hinter diesen gigantischen Datenmengen auch nutzbare Informationen in nie gekanntem Umfang. Die Frage, die sich bei diesen großen Mengen von Informationen stellt, ist die nach ihrer weiteren Verarbeitung und Einordnung. Wie wird aus den Informationen geordnetes Wissen? Wie werden insbesondere die im Netz geläufigen Falschbehauptungen von inhaltlich einwandfreien Informationen unterscheidbar gemacht bzw. gefiltert? Welche Rolle schließlich kommt bei derlei Informationsverarbeitung und Einordnung den Bibliotheken zu? Gerade im sogenannten „postfaktischen Zeitalter“, in dem politische und gesellschaftliche Debatten regelmäßig durch digital gestreute Fehlinformationen befeuert werden, sollten Bibliotheken ihr professionelles Selbstverständnis teilweise neu definieren. Als Informationseinrichtungen im digitalen Zeitalter stellt sich für sie die Frage, inwieweit sie der Tragweite des digital verfügbaren Informationsaufkommens, aber auch den deutlich veränderten Nutzergewohnheiten (hin zum Internet als primärer Informationsquelle) gerecht werden. In meinem Beitrag, der in die Rubrik „Theoretische Gedanken“ einzusortieren ist, möchte ich für öffentliche wie für wissenschaftliche Bibliotheken die denkbaren Konsequenzen aus oben beschriebener Ausgangssituation diskutieren. Sollten Bibliotheken letztlich gar eine kuratierende Funktion für das im World Wide Web verfügbare Wissen ausüben, um auf diese Weise den Nutzerinnen und Nutzern unabhängig von deren Medienkompetenz einen Zugriff auf das geordnete und qualifizierte Wissen des Internets zu bieten? In welcher Form und mit welchen Einschränkungen wäre dies überhaupt leistbar?

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