Interview: Wieso verlor StudiVZ die Relevanz als Social Network?

Dieser Tage liest man Berichte über die Insolvenzanmeldung von StudiVZ, die Augsburger Allgemeine zitiert mich dazu. Rückblick: Im November 2005 startete StudiVZ als deutschsprachiges Social Network und wurde rasch zu einer beeindruckenden Erfolgsstory mit in der Spitze 16 Millionen Mitgliedern. Wie erklärt sich der Niedergang dieses einst so beliebten Online-Dienstes?

Der Deutschen Presse-Agentur dpa gab ich im Februar ein umfangreiches Interview für einen Artikel über vergessene Online-Dienste. Auch zu StudiVZ wurde ich darin befragt.

Hier der Ausschnitt aus dem Interview.

dpa: Wieso verlor StudiVZ nach eine Hypephase komplett die Relevanz als Social Network?

Meine Antwort: Bei seinem Start war StudiVZ zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Als der Dienst 2005 ans Netz ging, war die Epoche der Social Media soeben angebrochen, deutschsprachige Angebote fehlten aber noch weitgehend. In StudiVZ wurde eine ganze Generation junger Menschen an die Nutzung von Social Media gewöhnt. Dass nach dem Hype dann der tiefe Fall kam, hat seine Gründe wohl nicht zuletzt in der inhaltlich starken und finanzkräftigen Konkurrenz durch Facebook. Dem stetig wachsenden Funktionsumfang des amerikanischen Konkurrenten in Form immer ausgefeilterer Algorithmen und immer neuer integrierter Applikationen konnte StudiVZ nicht viel entgegensetzen.

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